deutsch  englisch  

Teilprojekt A3


Initiation, Priesterweihe, Tempelfest - Ritualtraditionen in der südindischen Tempelstadt Kancipuram

Fachgebiet und Ausrichtung: Klassische Indologie
Das Teilprojekt A3 wurde am 31.11.2008 abgeschlossen.


Teilprojektleiter/-in

Prof. Dr. Ute Hüsken (Projektleiterin A3.2.)
ute.huesken@ikos.uio.no  

Department of Culture Studies and Oriental Languages University of Oslo
Faculty of Humanities
P.O. Box 1010 Blindern
N-0315 Oslo Norway

Telefon: +47 22 85 48 16
Telefax: +47 22 85 48 28

 

Website des Teilprojekts
 
Dr. Srilata Raman (Projektleiterin A3.1.)
Das Projekt A3.1. wurde am 30.06.06 abgeschlossen. srilata.mueller@urz.uni-heidelberg.de  

Abteilung Klassische Indologie
Südasien-Institut
Im Neuenheimer Feld 330
69120 Heidelberg

Telefon: 06221-54 89 16
Telefax:  06221-54 63 38


Mitarbeiter/-innen

-


Projektprogramm

Die Stadt Kancipuram, ein altes religiöses Zentrum Südindiens, entwickelte sich seit dem 7. Jh. zu einem Ort des religiösen Pluralismus, der religiöse Spezialisten verschiedener Glaubensrichtungen anzog und somit z. B. Buddhisten, Jainas, Vaisnavas und Saivas zusammenführte. Diese Vielfalt ist auch heute in der Ritualtopographie der Stadt reflektiert, wobei gegenwärtig Visnuismus, Sivaismus und Saktismus maßgeblich sind. Untersucht werden die Rituale im Zusammenhang mit dem tantrisch-saktischen Tempel der Göttin KamaksÍ, dem tantrisch-sivaitischen Ekambaresvara-Tempel und dem Varadaraja-Tempel des visnuitischen (ebenfalls tantrischen) Pañcaratra. Nach wie vor steht die Untersuchung der geschichts-, erfahrungs- und sozialdynamischen Aspekte des Verhältnisses der beiden Überlieferungsmedien von Text und Performanz im Vordergrund. Da die Vertreter aller drei Ritualtraditionen sich auf spezifische autoritative Ritualtexte in Sanskrit berufen, wird durch den Vergleich von Text und Ausführung innerhalb der jeweiligen Traditionen ermittelt, wie sich diese Orientierung am Text in der aktuellen Ritualpraxis niedergeschlagen hat bzw. wie dieses Bekenntnis zu bestimmten Skripten zu interpretieren ist. In der ersten Forschungsphase stand die Erfassung und Analyse der textlichen und der performativen Komponenten von Initiations- (diksa) und Weiheritualen (abhiseka) im Vordergrund. Die Untersuchung dieses Themenkomplexes wird für den Varadaraja Tempel (A3.2) in der folgenden Projektphase erweitert um die Aspekte der Autorisierung und der Handlungsmacht (agency) der Ritualspezialisten in ihrer historischen Entwicklung und im Kontext der zeitgenössischen regionalen Religionspolitik. Dies umfasst auch Fragen nach Strategien zum Erwerb ritueller Kompetenz und nach Verinnerlichung und Repräsentation einer religiös bestimmten Tempel-Identität. Für den Kamaksi-Tempel (A3.1) steht (im Zusammenhang mit den Initiationsritualen) die Analyse des historischen Kontextes hinsichtlich des Verhältnisses der Ritualpraxis des nicht-brahmanischen Göttinnen-Kultes zu der des brahmanischen Hinduismus im Zentrum der weiteren Untersuchung. Ein weiterer, in der zweiten Projektphase zu untersuchende Ritualkomplexe sind das jeweils größte Tempelfest (Brahmotsava) und die darin eingebundenen Inszenierungen der Tempelgeschichten im Rahmen der Prozessionen. Hier wird, so die Hypothese, der rituelle Raum immer wieder neu verhandelt und gestaltet. Es geht um die Frage nach der Konstruktion und Veränderung der Ritualtopographie im Rahmen der Machtaushandlungen zwischen den Gottheiten der drei brahmanisch dominierten Tempel, aber auch um Interaktionen mit Gottheiten, die mit nicht-brahmanischen Ritualen verehrt werden. Obwohl diesen Festen ein gemeinsames Schema zu Grunde liegt, unterscheiden sich die konkreten Ausführungen (Aufwand, Zeit, Ort, Ausstattung, Publikum etc.) in den zu untersuchenden Traditionen erheblich. Auf struktureller, institutioneller und kultureller Ebene erfolgt daher der Vergleich der Ritualtraditionen in ihren jeweiligen historischen Entwicklungen, um die Bedingungen für Kontinuitäten und Transformationen der Tempelpraktiken isolieren und beschreiben zu können.


Themenschwerpunkte

A3.1 Rituale und Texte des Kamaksi-Tempels: "High" and "Low" Ritual in the Goddess Tradition (Bearbeiterin: Dr. Srilata Raman)  

A3.2 Rituale und Texte des Varadaraja-Tempels (Bearbeiterin: PD Dr. Ute Hüsken)